Die G9 erobert Schottland

Montags ist sonst immer der Lange-Ausschlaf-Tag, daran hat auch so ziemlich jeder seine Freude, nur die Lufthansa nicht, dieser herzlose, multinationale Konzern macht sich eine Freude daraus, harmlose, sich auf Schüleraustausche freuende Schüler zu ärgern, indem er Flüge nach Edinburgh in den späten Morgen legt, mit Ausschlafen war dann nicht mehr viel, nachholen konnte man den missgönnten Schlaf allerdings auf der Fahrt von der schönen Stadt am Neckar zu der schönen Stadt mit den vielen Hochhäusern und dem größten deutschen Flughafen.

Kaum betraten wir die Eingangshalle, standen wir unter akutem Terrorverdacht, allein die Tatsache, dass wir zwei Rollstühle in der Gruppe hatten, zeugte von unseren schwarzen Seelen, in denen das Vorhaben den Gruppen Check-In der Lufthansa in die Luft zu jagen schmorte. Niemand bemerkte den nervösen Araber mit dem kleinen schwarzen Trolli oder den, meiner Meinung nach ziemlich heftig, schwitzenden Anzugfritzen die sich unweit der Rolltreppe unterhielten. Vielleicht war die blöde Abflugzeit ja kein Zufall, sondern ein abgekartetes Spiel zwischen Lufthansa und Al-qiada mit dem Ziel uns zu nerven, und die Freude kaputt zu machen, geklappt hat’s nicht, wir waren allesamt gut gelaunt.

Der Check-In war einfach, und ziemlich schnell erledigt, die Sache mit dem Terror nicht. Obwohl unser Rachefeldzug gegen die Lufthansa mit Hilfe brutaler Gewalt, Tod und Zerstörung vorerst erledigt schien, hätten wir ja immer noch das Gate, eventuell sogar das Flugzeug, in die Luft jagen können, zum Glück gibt es Behörden die sich genau um dieses Problem kümmern und eben diese erfanden die Flugsicherheitskontrollen. Die können nervig sein, Gürtel aus, Taschen leeren, durch Detektoren rennen, Brillengestell piepst, Mann kommt, durchchecken lassen, Hosen rutschen fast runter, für einen Teil unserer Klasse war eben dies der Fall, für uns nicht, wir waren VIPs.

In der Seele jedes Menschen gibt es etwas, das fast so tief verwurzelt ist wie Tod, Leid und Gier, der Behindertenbonus, welchen man als Behinderter meist geschickt zu nutzen weiß. Während die anderen 12 Leute die Prozedur der Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen mussten, durften wir vier, zwei Rollstühle und zwei Leute die diese durch den Airport steuerten, in einen Extraraum, wurden von zwei fröhlichen Grenzpolizisten begrüßt, und hatten sogar ein wenig Smalltalk. Diese Menschen wussten anscheinend das der Terrorverdacht gegen uns unbegründet war, Taschen wurden geröntgt, aber Gürtel durften bleiben wo sie sind, in Deutschland dürfen Männer übrigens nur von Männern durchsucht werden, erfuhr ich während dem gemütlichen Plauderstündchen, Frauen auch nur von Frauen.

Die Durchsage mit der Bitte die Rollstühle zum Treffpunkt zu bringen verpeilten wir, die nette Lufthansa Bording Frau verzieh uns diese Schandtat allerdings relativ schnell, Behindertenbonus. Eben diese Gegebenheit machte uns aber unser Privilig auf Speedy (oder bei der Lufthansa Prirority) Bording zunichte, unser Privatbus musste halt warten, bis irgendwelche Bäpper an den Rollstühle befestigt waren, und die zwei Lufthansa Frauen sich einigten wer jetzt irgendwo anruft. Dafür durften wir dann einen Linienbus (mit Gelenk!) besteigen, wir vier, und noch ein anderes Paar, ganz alleine! Die Aufschrift Sonderservice war das Sahnehäubchen.

Nach meinen nächtlichen Recherchen zum Thema Flugsicherheit war mir relativ schnell klar, das wir alle sterben werden. Was ist logisch daran die drei schlechtesten Läufer einer Klasse in eine Reihe zu setzen, wir saßen fast über den Tragflächen, unter uns schlummerten Tonnen von Kerosin und der nächste Notausgang war bestimmt 20 Meter entfernt. Ich war so frei unserer Reihe den Namen ” Todesreihe” zu geben, kurz vor dem Start verabschiedeten wir uns voneinander und wünschten uns viel Glück im nächsten Leben, blöder Weise, kamen wir Leben in Edinburgh an, all die Todesszenarien hatten nicht gegriffen, deswegen mussten wir uns nun mit Nieselregen und Wolken rumschlagen.

Nicht unbedingt kalt, aber nun mal verdammt nass und es schien, als würden wir uns daran gewöhnen müssen. Binnen fünf Minuten hatten auch unsere Handys verstanden, dass wir uns jetzt in Großbritannien befanden und informierten uns piepend und vibrierend über (horrende!!) SMS-Preise und Sondernummern. Herr Rack hielt eine kurze Ansprache in der er uns diverse Allgemeininformationen vermittelte und als uns der Fahrer, der uns mit einem Kleinbus zum Hotel bringen sollte, gefunden hatte kam die erste Hürde: In Schottland fährt man auf der linken Straßenseite. Natürlich, wenn man das hört ist das allgemein bekannt, doch damit leben zu müssen ist eine völlig andere Sache. Es wird seinen Grund haben, warum in gelb an jedem Übergang steht „Look left!“ und im Nachhinein halte ich es für eine reife Leistung von uns, dass wir bei all unseren Ausflügen zu fünfzehnt vollzählig über die Straße gekommen sind.

In einem kleinen, gelben, extra von selbiger organisierten Bus wurden wir zur Jugendherberge gebracht, wo uns einige unserer Austauschschüler sowie deren Lehrerin begrüßten, nicht die letzte Begrüßung an diesem Abend. Anschließend wurden die Zimmer bezogen, wobei die Jungen gleich einmal einen Schock bekamen: Ihre Zimmer waren mit rosa Bettwäsche ausgestattet, weshalb innerhalb von fünf Minuten der so genannte „Gay-Room“ ins Leben gerufen worden war. Anschließend wurden wir von sechs Leuten (unter anderem der schottischen Kultusministerin) begrüßt, mit einer sehr schönen Rede, von der wir sogar etwas mehr als ein Drittel verstanden. Dann kam endlich der wohl angenehmste Teil des Abends: Die Jugendherberge hatte nur für uns ein gigantisches Büffet hergerichtet, auf das sich nun alle hungrig stürzten.

Die Austauschschüler blieben anschließend noch ein wenig und es kam zu ein paar sehr lustigen Gesprächen – teilweise mit Händen und Füßen. Allgemein konnte man jedoch jetzt schon feststellen: Die Kommunikation verlief wesentlich besser als bei uns im Mai.

Dienstage in Schottland scheinen wie Dienstage in Deutschland zu beginnen, da is Licht, und ein blöder Wecker, der sein höllisches Werk um Punkt 7:12 Britischer Zeit startet. Der erste Unterscheid fällt dann auf, wenn man was in die Steckdose stecken will, die Briten, die ja eh alles anders machen müssen, sei es im Verkehr oder beim Verzicht auf den Euro haben sich auch in Punkto Steckdosen was einfallen lassen. Die haben da nämlich nicht zwei coole Löcher wie bei uns, sondern drei Schlitze und in die geht außer einem Adapter oder einem dafür vorgesehen Gerät auch nix rein, eben diese Adapter wurden im Laufe der Woche zu beliebter Tauschsware.

Schotten lieben Zucker, unseren ersten Kontakt mit dem weißen Wunderzeug hatten wir schon am Tag davor, unsere schottischen Freunde boten Iron Bru, ein Getränk, welches zu 30 % Aus Zucker besteht, die restlichen 70 % sind merkwürdige Namen mit y, E, und ph, Chemie halt. Den Geschmack dieses schottischen Nationalgetränks, abgesehen vom Whisky kann man mit zwei Worten beschreiben, „Signal Kinderzahnpasta“. Die schottischen Brötchen sind von ihrer Konsistenz  her ähnlich wie Berliner, auch der Geschmack ähnelt dem süßen Gebäck, alles was fehlt ist die Marmelade. Was an Zucker in den Brötchen ist, fehlt in der Marmelade, die ist ziemlich bitter, und ehrlich gesagt nicht ganz mein Geschmack, auch der Tee ist in Schottland natürlich anders, mein Gott, ich habe noch nie sooo starken Schwarztee getrunken, vorher trank ich auch nie Tee mit Milch, in Schottland gab es keinen anderen Weg.

Dem Blick aus dem Fenster zu urteilen war heute nicht mit viel Regen zu rechnen, was mich dazu veranlasste meine Stoff- und nicht die Regenjacke mitzunehmen. Ein fataler Fehlentschluss.

Schotten sind nicht sehr Reisefest, auf alle Fälle nicht in Bussen, woran auch immer das liegt. Wir waren kaum fünf Minuten unterwegs, hielten wir auch wieder an, anscheinend musste jemand kotzen, oder war auf dem besten Weg dorthin, ich war beunruhigt. Allerdings nicht, wegen des schottischen Magens, sondern wegen der dicken Tropfen die auf das Dach der Bushaltestelle einschlugen, bei der wir parkten. Das Wetter hier war durchaus gewöhnungsbedürftig, und das fand ich gar nicht witzig. Während wir uns unseren Weg in die Altstadt von Edinburgh suchten, im morgendlichen Berufsverkehr, bemerkten wir etwas für Britannien übliches. Alles sah gleich aus. Im Laufe des Tages sollte uns noch mehr auffallen, im Moment war meine größte Sorge der Regen, der selbst dann nicht aufhörte, als wir unseren Bus verließen, auf dem Weg zum Edinburgh Castle.

Der Weg dorthin ist gemein, er offenbart sein wahres Gesicht erst dann, wenn meiner eins nicht mehr kann. Jeder der schon mal einen Rollstuhl geschoben hat kennt diesen Erzfeind, die Steigung. Mein Bitten um eine Ablöse blieb ungehört, na ja eher, ignoriert, was meine Laune nicht sonderlich hob, völlig verdorben waren sie erst, als uns an der Kasse, welche uns Audioguides und Gruppentickets anzudrehen versuchte, wir nahmen letzteres, gesagt wurde, das besagte Rollstühle samt Fahrer und Schieber den Berg hochgefahren werden würden, VIPs halt. Prompt fand sich jemand, der mich während eines kurzen Moments der Unaufmerksamkeit ablöste. Die Mordfantasien die ich nun hegte waren an ihrer Grausamkeit nur noch von unseren Terrorplänen am Montag zu überbieten. Nach unserem Aufstieg erwartete uns zwar ein toller Ausblick, allerdings war der, Grau! Im Laufe dieses Tages lernten wir 26 verschiedene Grautöne kennen, welche von Holz-Grau, über Gelb-Grau, bis zu Dementoren-Grau reichten.

Wir standen wieder am Kassenhäuschen, und zogen Schnipsel von Postkarten aus einer Hand, Gruppeneinteiliung für die nächste Aktion, die Altstadt erkunden. Meine Jacke war inzwischen, trotz Imprägnierung, mehr oder weniger flüssig, was meine Motivation ein wenig drosselte, den anderen erging es, trotz Regenjacke ähnlich, nach halbstündiger Instruktion machten wir uns auf den Weg, die Geheimnisse der schottischen Hauptstadt zu erkunden.

Großbritannien ist uns in vielen Dingen um einiges voraus, zum Beispiel im Thema Barrierenfreiheit. Einige abgesenkte Bordsteine in Deutschland gleichen Klippen, andere sind zugeparkt. Die Ampel in Schottland verfügen über eine Art geriffelte Rampe, welche das überqueren von Straßen um einiges vereinfachen. Während der arrogante Deutsche, Rollstuhlfahrer mit seinen Blicken zu heilen versucht in dem er einfach so lange auf den Menschen starrt bis dieser sogar über Wasser laufen könnte, bemerkten die Schotten wenn sie im Weg standen, entschuldigen sich, und gehen sogar zur Seite.  Sie entschuldigen sich sogar, wenn man ihnen über die Füße fährt, zugegeben, das ist etwas verquer, und macht man zum Teil sogar hier, alles in allem hat der Brite aber weitergedacht als wir.

Irgendwann kamen wir an, wo? In der Nähe des Schottischen Parlaments, welches seit 1997 existierte. Uns wurde erklärt, dass die Queen hier eine Residenz hatte, wir waren ehrlich beeindruckt. Doch zuvor führte unsere Reise uns in eine Art Museum, Dynamic Earth, was am Anfang langweilig erschien, wurde mehr und mehr zu einer Schmach, während wir Action, Spaß und sogar noch Wissen geboten bekamen, mussten wir mit dem Gedanken leben, unseren Freunden das Technikmuseum in Sinsheim gezeigt zu haben, der Unterhaltungswert dort, war gleich Null.

Abends wurden wir dann mit einem der schnuckeligen gelben Jugendherbergsbussen in eine Bowlinghalle gefahren und uns selbst überlassen was die Gruppeneinteilung anging. Zu unser aller Überraschung verlief das jedoch problemlos und die Gruppen waren gut gemischt. Meiner Meinung nach, war das der Abend, an dem endgültig die letzten Schranken der Zurückhaltung vielen. Wir hatten Spaß, lachten, redeten so viel wie sonst in zwei vollen Tagen nicht und die Stimmung in unserem Team war einfach toll, was sich unter anderem darin äußerte, dass Shannon mit Alina bowlte und sie dadurch vor sicherlich sehr schmerzhaften Stürzen auf die Bahn bewahrte. Wenn man gerade nichts zu tun hatte ergaben sich viele interessante (und für unser Selbstvertrauen in Sachen Englisch nützliche) Unterhaltungen und die Verabredung, irgendwann im reifen Alter von 65 Jahren noch einmal hier her zukommen und Spielen zu wollen. Da war es am Ende sogar egal, dass Alina und ich die beiden letzten Plätze belegten. Nach diesem tollen Abend in guter Stimmung fuhren wir wieder zur Jugendherberge.

Der Mittwoch begann mit der BBC, genauer gesagt damit, dass wir begriffen, dass irgendetwas in der Welt der Finanzen nicht stimmte, dass wir einen wohl kolossalen Börsencrash versäumt hatten sollten wir erst am Sonntag erfahren, wenn wir schon längst wieder Zuhause waren. Da uns dieser ganze Wirtschaftskram aber auch nicht sonderlich interessierte, legten wir unser Hauptaugenmerk auf die anderen Sendungen, und entdeckten eine dubiose Kindersendung mit einer Wespe, einer Schnecke und anderen komischen Gestalten, ich glaube das ganze Ding hieß “Flower Town”.

Zur Schule fuhren wir nicht irgendwie, die Rektorin persönlich nahm uns mit auf ihrem Weg zur Arbeit. Unterwegs erfuhren wir, dass West Calder plant, Deutsch langsam aber sicher nicht mehr als Unterrichtsfach anzubieten, was eine Debatte zwischen Naturwissenschaftlichen Lehrern und Sprachlehrer auslöste, ich bin auf Seiten der Sprachen, und enthalte mich einer Stellungnahme zu NwT.

Die West Calder High School ist eine große Schule, vielleicht nicht ganz so groß wie unsere, aber groß genug um sich darin zu verirren. Die Gänge sind um einiges enger, das ganze Gebäude gleicht einem Labyrinth, uns viel auf, dass es hier extra Treppenhäuser für den Verkehr nach oben, und für den Verkehr nach unten gab. Einbahntreppenhäuser sozusagen. Wir konnten nicht viel mit dieser merkwürdigen Regelung anfangen. Unsere schottischen Freunde erwarteten uns im Lehrerzimmer, es wurde eine kleine Ansprache gehalten, Orangensaft wurde ausgeschenkt, Shortbread angeboten, und wir betrieben ein wenig Smalltalk und begutachteten die Trophäen welche in einer Vitrine standen. Plötzlich ging alles ganz schnell, es wurden Gruppen eingeteilt und auf den Weg geschickt, die Schule zu erkunden. Die Schotten hatten es eilig, bis auf den Musikraum und der Social Area sahen wir so gut wie überhaupt nichts, und plötzlich ging der Feueralarm. So dachten wir zumindest, mit einem Mal brach eine Flut von roten Schülerinnen und Schülern auf uns herein, die sich durch die Gänge drückten, ein reißender Strom, nun wussten wir auch, wofür es die Einwegtreppenhäuser gab. Ohne sie, würden täglich wahrscheinlich mehrer Menschen zu Tode kommen. Ich weiß nicht mehr genau, wie ich entkam, jemand zog mich an meiner Jacke, plötzlich befanden wir uns im Klassenzimmer unserer Deutschklasse. Nun war klar, weswegen so ein Stress gemacht wurde, die Gefahr, von dem Strom mitgerissen zu werden war, gerade bei uns Unerfahrenen, einfach zu groß. Schottische Schulen sind in Sachen Technikeinsatz im Unterricht um einiges weiter als wir. So gut wie jede Klasse besitzt ein Smartboard welches in Deutschland fast nur an unserer Schule zum Einsatz kommt. Besonders faszinierend war eine Rollbahre Tafel, und, als Schwammersatz, eine Sprühflasche und ein Tuch, so etwas könnten wir hier auch gebrauchen. Nach der Pause sollten wir die anderen Klassen besuchen, allerdings mit 5 gewollten Minuten Verspätung, aufgrund des Pilgerstroms.  Ich landete in Modern Studies, welches im Großen und Ganzen mit Politik umschrieben werden kann. Es ging um die Wahlen in den USA; wie sie ablaufen, wer wählen darf und so weiter.

Im Anschluss an diesen äußerst interessanten Einblick in das schottische Unterrichtswesen stand der für ein paar von uns eher unangenehme Teil des Mittags auf dem Plan: Ein von drei Sportlehrern der Schule zusammengestelltes Aktivitätsprogramm. Zuerst wurden uns die verschiedenen Angebote vorgestellt (Basketball, Tischtennis, Gymnastik mit Tanz und ein traditioneller schottischer Tanz) wobei uns die sonst immer so „cool“ wirkenden Austauschschüler überraschten. Fast einstimmig viel deren Entscheidung auf den traditionellen Tanz, für die körperlich beeinträchtigten unter uns der blanke Horror. Einer der Lehrer hatte dann noch eine glorreiche Idee, um das ganze endgültig deprimierend für uns zu machen: Gut, das wir mit einem Schotten würden Tanzen müssen, da sie dieses Tanzes nun mal mächtig waren, war vorher zusehen gewesen. Nur damit das ein Schotte wörtlich gemeint war (im Falle der Jungen eine Schottin) hatten wir nicht gerechnet. Die Sache wurde erwartet peinlich, machte jedoch sehr viel Spaß.

Darauf folgend verteilten wir uns auf die oben erwähnten Angebote, was zu sehr lustigen Szenen unter Anderem beim Bodenturnen führte. Nach diesen schweißtreibenden Stunden waren wir doch alle sehr froh, als es zurück in die Jugendherberge ging.

Wie jeden Morgen verhalf uns der Fernseher aus dem Bett. Statt BBC stand heute Thomas die Lokomotive auf dem Plan. Diese heitere Kindersendung war schuld, an unserer viertelstündigen Verspätung, das Rennen zwischen ihm und Diesel war einfach zu spannend.

Nach einem relativ kurzen Frühstück ging es wieder in den inzwischen vertrauten Reisebus, der kurz darauf wieder anhielt, aus vertrautem Grunde.

Ziel unserer heutigen Reise war ein Safaripark, mit wilden Tieren und Spannung und Action und schlechtem Wetter, ganz so, wie es sich für Schottland gehört. Wir kurvten durch Gehege mit Tigern, Löwen, Nasshörner und noch viel mehr. Ich glaube es wurden an keinem Tag mehr Fotos gemacht. Nach unserer kleinen Rundfahrt durch die Gehege hielten wir für einen kurzen Lunch, bevor wir uns auf den Weg zum Boot machten, welches uns einen Ausflug nach „ Monkey Island“ versprach.

Was auffiel war, dass die rechte Seite dieses Bootes vergittert war, wir sollten schon bald merken wieso. Als wir die Affen sahen freuten wir uns, die Affen sich nicht. Das Alpha-Männchen scheute keine Mühen uns mit seinem Geschrei zu vertreiben, wir sind Schüler, und daher einiges mehr gewohnt, was auch der Affe relativ schnell begriff.

Da die verbale Tour bei uns nicht zog, entschloss er sich kurzerhand zum Allheilmittel für alles: Der Brachialgewalt. Ohne Mühen riss er einen riesigen Brocken Erde aus dem Boden, und demonstrierte uns so, zu was das Gitter nütze war.

Erholt haben wir uns von diesem nervenaufreibenden Erlebnis während der Stunde Freizeit, in der wir unter anderem die Autoskooter entdeckten, und während wir unseren Spaß daran fanden, unsere Knie gegen die viel zu kleinen Wagen zu schlagen, bemerkte das schottische Wetter, dass es den ganzen Tag über noch nicht geregnet hatte, und änderte dies abrupt.

In Folge der einsetzenden Kälte, entschieden wir uns, schottische „hot chocolate“ zu probieren, und wer jetzt denkt „hot“, bedeutet so viel wie Trinkwarm, der irrt sich gewaltig. Selten habe ich heißeren Kakao getrunken. Die für uns vorgesehene Vogelschau hielt dem einsetzenden Regen nicht stand, zwar bekamen wir Toppits ähnliche Plastikbeutel zum überziehen, offiziell hießen die Dinger „ Rain Poncho“, die hielten zwar uns, nicht aber die Vögel trocken.

Die Seehunde hatte mit dem feucht-grauen Wetter kein Problem, wie denn auch, wir waren in einer Halle und vergraulten ein junges Ehepaar mit Kind unabsichtlich von ihren Plätzen. Dann starteten die zwei jungen Seehunde ihre Show, fischten nach Dingen, stupsten sie mit der Nase an, und ernteten dafür kräftig Applaus.

Am Donnerstagnachmittag nahmen wir zum ersten Mal nicht von den Lehrern arrangierte Kontakte mit dem Land, in dem wir uns befanden auf: Wir marschierten zu Viert in einen echten schottischen Supermarkt. In drei Wörtern ließe er sich folgendermaßen Beschreiben: Chips, Fett und süße Getränke. Aber interessant, sobald man sich einmal darin zurechtgefunden hat. Das Ergebnis unserer Expedition: Kiloweise Chips, literweise süße Getränke, tonnenweise zum Teil uns unbekannte Süßigkeiten – wahrscheinlich nur knapp genug, um die heutige Nacht zu überstehen, immerhin planten wir „durchzumachen“. Um es vor wegzunehmen: dieses Vorhaben wurde um etwa 23.30 Uhr von unseren Lehrern mit dem Argument beendet, wären wir morgen müde, würden wir uns nicht genug mit den Anderen unterhalten und der ganze Austausch wäre für die Katz. Widerwillig aber durch dieses Argument beeindruckt, brachen wir unsere geplante Aktion ab.

Am nächsten und vorletzten Tag stand einer der Highlights auf dem Programm: Ein Morgen in Edinburgh. In freudiger Erwartung machten wir uns also auf den Weg zum Linlithgower Bahnhof, wo uns gleich zu Anfang etwas auffiel: Die Züge, die hierzulande prinzipiell mit den Regionalzügen zu vergleichen waren, fuhren so schnell wie unsere ICE – auch durch Bahnhöfe. Und zwar ohne die für uns Deutsche gewohnte Ankündigung: „Meine sehr verehrten Damen und Herren. Vorsicht an Gleis…3. Ein Zug fährt durch.“

In Edinburgh angekommen staunten wir erst einmal nicht schlecht: Diese Stadt war beeindruckend, selbst für uns die wir ja mit Heidelberg und Mannheim in der Nähe einiges gewohnt waren. Nach einem kurzen Einblick in die Stadtgeschichte, der uns von Herrn Rack vermittelt wurde, hieß es für knapp zwei Stunden: Freiheit! In kleinen Gruppen und ausgestattet mit einem Stadtplan durften wir uns frei bewegen. Das zwei Stunden nie und nimmer reichen würden war von Anfang an klar, was das „Bummeln“ durch die Geschäfte doch sehr hektisch machte. Als uns der Hunger schließlich plagte, entdeckten wir etwas, was wir nicht zu finden geglaubt hatten, einen europäischen Markt! Heißt: Es gab Stände, an denen landestypische Spezialitäten verkauft wurden. Unter anderem die „original german Bratwurst“. An dem französischen Stand („Crêpes“) kamen wir mit dem Besitzer in Gespräch, der uns stolz erzählte auch schon einmal in Heidelberg gewesen zu sein.

Wie von uns befürchtet hetzten wir nur so durch die Stadt und bekamen von der wirklich beeindruckenden Atmosphäre und den schönen Altbauten nicht wirklich etwas mit.

Der Freitagnachmittag hätte friedlich verlaufen sollen, wir kamen aus der Stadt zurück, uns taten die Füße weh, und wir wollten uns ausruhen, war ja auch kein Problem, wir hatten etwas weniger als eine Stunde dazu Zeit, dann, begann die wohl härteste Aktivität der ganzen Woche: Wir wurden zum Kanufahren geschickt. Im Bus, der einen Teil von uns zum Wasser chauffierte, herrschte eine merkwürdige Stimmung, Testamente wurden aufgelegt, und über Beerdigungen beraten, hätte ich als einziger Überlebt, unwahrscheinlich aber möglich, hätte ich ein Pferd geerbt, auf diversen Trauerfeiern reden müssen und eine Reliquienmesse komponieren sollen, der Tod war hier die stressfreiere Alternative.

Als Kanureservat wurde der Union Canal auserkoren, ein kleiner Kanal, der Edinburgh mit Glasgow verband, heutzutage aber nur noch von Ausflugsdampfern und uns beschifft wurde.

Das System war einfach, ein Deutscher, und ein Schotte pro Boot.

Hoffentlich hatten die mehr Energie als wir.

Als erstes stand Fahrübung auf dem Programm, hier stellte sich heraus, das Kanulenken eine Wissenschaft für sich war, die Dornenbüsche am Ufer sollten an diesem Tag gute Freunde von uns werden.

Dann ging es ans Erkunden des Kanals, John, unser Kanulehrer, fuhr voraus, und wir hinterher, dies war mitunter das mühsamste.

Das Ende der Tour machte ein Spiel, das für mich einer direkten Selbstmordaufforderung entsprach: Wir stellten unsere Boote hintereinander und durften dann von Boot zu Boot gehen, ein gestörtes Gleichgewicht machte die Sache spannender. Überlebt haben wir es alle, was danach kam, ist nur noch in verschwommener Erinnerung.

Irgendwie schafften wir es zurück zum Startpunkt, die Kanus wurden wieder aufgeladen, anscheinend gab es noch Leute, die ihre Arme spürten, ich spürte gar nichts mehr, und während ich mich am Bus, oder armen Mitschülern festhielt, um nicht umzufallen, überlegte ich mir, was Ohnmacht mit akutem Atemstillstand auf Englisch hieß.

Jetzt hatten wir mehr Zeit, Duschten uns, und machten uns fertig, und so langsam drängte sich das in Erinnerung, was wir alle die Woche über verdrängten, dies, war das Ende.

Im Stockwerk unter unserem Raum, welcher ganz in Pink und Rüschen gehalten war, und von uns liebevoll „Gay room“, genannt wurde, brach eine Art Massenpanik aus. Es wurde geschminkt und kaschiert, Oberteile wurden getauscht, und Haare gefärbt, es wurde sich umgezogen, und parfümiert. Die Abschlussdisco stand vor der Tür, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein eigens angeheuerter DJ war dabei Laser einzurichten und Boxen aufzubauen, während auf einem Tisch auf der anderen Seite des Raumes ein Getränkelager eröffnet wurde, das mit jeder gut sortierten Abteilung des Rewe konkurrieren konnte.

Dann ging alles ganz schnell, die Musik begann, die Schotten kamen, und wir hatten Spaß, auch wenn uns das Kanufahren zurück in die Knochen fuhr, und uns zeitweise lahmlegte. Doch spätestens als Sechs Dorfleute mit fraglicher sexueller Ausrichtung über einen christlichen Männerverein in den Staaten sangen, waren wir alle auf den Beinen, es gibt doch kaum jemanden, dem „ YMCA“ fremd ist.

Plötzlich näherte sich das Ende, das letzte Lied dröhnte aus den Lautsprechern, dann wurde „ Happy birthday“ angestimmt, Sebastian hatte Geburtstag, uns unsere schottischen Freude hatten einen Kuchen gebacken, dazu noch eine Karte, und ein Geschenk. Dann kam das Ende, bevor wir sangen, sangen die Schotten. Einer spielte Dudelsack.

Wir bedankten uns bei Mister Grey, Mister Santos und Miss Irvin für die schöne Zeit, um dann unser sorgfältig einstudiertes Auld lang syne zu singen, die Schotten sangen mit, hätte es noch irgendeine Form von Eis gegeben, wäre sie just in diesem Moment zerbrochen, wir dachten an den Tag zurück, an dem wir in unserem Rhythmikraum saßen, Schotten unter Schotten, Deutsche unter Deutschen, an unsere Woche in Heidelberg, die Busfahrt nach Strasbourg welche das erste Eis gebrochen hatte, die Freude die uns entgegenschlug als wir nach Schottland kam, wir waren nicht länger eine Deutsche und eine Schottische Gruppe, wir waren Freunde geworden, und wir wollten es bleiben, auch über diese Zeit hinaus. Der letzte Akkord verstummte, wir verabschiedeten uns, tauschte E-Mail Adressen aus, dann begleiteten wir sie nach draußen und beobachteten, wie sie nach Hause fuhren.

Dann realisierten wir, dies war das Ende, wir hatten uns vielleicht zum letzen Mal gesehen.

Das Aufstehen am Samstag war sicherlich das schwerste Aufstehen überhaupt, da sich zur Müdigkeit auch noch der schon gestern Abend aufgetauchte Abschiedsschmerz mischte. Natürlich waren wir froh, wieder nach Hause zu kommen wo „Sonne“ nicht nur ein Wort, sondern wirklich existent war, aber die meisten von uns hatten dieses Land in den fünf Tagen die wir hier verbracht hatten sehr gemocht, wenn nicht angefangen zu lieben. Schon wurden die ersten Pläne geschmiedet, wie man die Heimreise boykottieren könnte, ja, man erwog eine Flugzeugentführung, verwarf die Idee jedoch wieder. Das Jugendherbergen-Personal trug mit seinem Frühstuck auch nicht grade dazu bei, es uns leichter zu machen – wann würden wir das nächste Mal so etwas fettig-süß-leckeres wie „Pancakes“ mit „Bacon“ morgens um 10 serviert bekommen? Schließlich wurde das Gepäck verstaut und es ging an das (neben dem Heimflug) letzte große Abenteuer: Der Besuch des Sea-Life in Edingburgh. Sehr viel zu Erzählen gibt es darüber meiner Meinung nach nicht. Zwar ist mir das deutsche Pendant dazu nicht bekannt, aber ich denke nicht, dass sich das großartig voneinander unterscheidet, zumal wir alle geistig noch nicht ganz auf der Höhe waren, sprich, tot müde durch das Aquarium wackelten.

Viel interessanter gestaltete sich die Hinfahrt, bei der uns erneut auffiel, wie schnell die schottischen Regionalbahnen fuhren. Nach diesem Besuch ging es erneut an etwas für uns in der Woche typisch gewordenes, Rollstühle steile Berge hochschieben, doch die Berge die wir die Woche über kennen gelernt hatten, waren ein Witz gegen das, was nun zu leisten war, und während Lars die Sache als Trainingsmöglichkeit in Betracht zog, und die schottischen Highlands in Rekordgeschwindigkeit erklomm, hatte Flori mit der 60% Steigung zu kämpfen. Während wir uns den Berg hinauf schleppten kam uns eine Idee, die uns bis heute begleiten sollte: Edgar S. Der aus Dresden nach Edinburgh ausgewanderte, manisch depressive, rassistische Müllwagen Fahrer mit Alkoholproblem und Hass auf Rollstuhlfahrer. Nach einem letzten kurzen Zwischenstopp in der Jugendherberge um unser Gepäck zu holen ging es dann endgültig weg aus diesem Land und zurück zu dem Punkt, an dem vor sechs Tagen alles begonnen hatte – dem Edingburgher Flughafen.

Wir standen am Check-In und hatten ein Problem. Wir konnten nicht einchecken, vielleicht standen wir wieder unter Terrorverdacht?

Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis die britische Regierung, oder wer auch immer dahinter steckte, uns passieren ließ. Wir freuten uns wieder auf eine VIP-Behandlung. Doch der Schotte sah das anders, Gürtel mussten ausgezogen werden, Schuhe nur bei manchen. Hier ging man um einiges gründlicher mit der Flugsicherheit um.

Unser Flug hatte 15 Minuten Verspätung, Genug Zeit also, für ein letztes Eis, oder schottische Einkäufe.

Die Stimmung im Flugzeug war kaum mit der am Montag vergleichbar, es hing eine Melancholie in der Luft, wir hatten sogar schon Pläne, über eine mögliche Flugzeugentführung, diese hatten die schottischen Behörden mit ihren gnadenlosen Kontrollen aber schon vereitelt.

Wir kamen relativ pünktlich in Frankfurt am Main an, unsere Koffer nicht, doch bevor es zur vollendeten Panik meinerseits kommen konnte, tauchten sie doch noch auf.

Der Bus wartete schon auf uns, und rund eine Stunde später, standen wir in einem viel zu kaltem Deutschland, mit Rechtsverkehr und ohne „ Vinegar Crisps“. Unsere Reise war vorbei, leider.

Florian Schubert, Vera Siebnich, G9

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Ich und die Elektronikfachmärkte

Eigentlich hatte ich nichts gegen sie, früher wohnten wir ganz in der Nähe eines kleinen “Electronic partners”, der hat uns unseren ersten richtig coolen Fernseher, samt Videorekorder und Stereoanlage beschert, der Verkäufer war kompetent, zurückhaltend,  und allein. Das Alles war vor rund vier Jahren, inzwischen wohnen wir woanders, und der nächstgelegene Ort um sich einen neuen Fernseher aufschwatzen ist der “Media-Markt”, mit dem hatte ich, bis auf die primitive Werbung, auch nie ein Problem, bis meine Stereoanlage kaputt ging.

Da das Ding für mich als Musiker relativ wichtig ist, die Anlage schon ein paar Jahre auf dem Buckel hatte und außerdem ein Garantiefall war, dachten wir, so ein Umtausch ginge relativ schnell von Statten. Na ja, ganz so schnell war’s dann doch nicht. Der zuständige Servicemitarbeiter war mir noch sympathisch, er legte uns nah, dass eine Reparatur keinen Sinn machen würde, und wir uns doch bitte an den Abteilungsfachmann wenden sollten. Dieser war es, der meine Einstellung zum Media-Markt bis heute grundlegend geändert hat.

Angetroffen habe ich Herrn Müller, (ich erinner mich heute, mindestens drei Monate später noch an den Namen, ein Rekord für mich!) während er einer Bäuerin, welche auf der Suche nach einem DVD-Player war, zu einem tragbaren High-End DVD System riet. Leider ignorierte die Frau meine Warnungen in Form von laut ausgesprochenen Gedanken über den Schwachsinn solcher Geräte und ließ sich breit schlagen, ein zu erwerben.

Mir erzählte der Mann mit den langen grauen zurückgekämmten Haaren und dem Duft eines Moschusochsen, ich sollte mir ein neues Gerät aussuchen, der damalige Kaufpreis meiner Anlage sollte davon abgezogen werden. An der Kasse enthüllte er dann seine perfiden Pläne, da meine Anlage schon ein paar Jahre alt sei, müsse man mit dem Zeitwert rechnen, eine Selbstverständlichkeit, eine, die ich bis heute nicht verstehe, meinen älteren Drucker konnte ich problemlos gegen einen neuen Tauschen, ohne Abzug des Zeitwerts,

Dieses Ereignis hat zur Folge, dass ich dem Media-Markt den Rücken gekehrt habe, und nun nur noch im unökonomischen 30 Kilometer entfernten Saturn einkaufe.

Die gehören zwar alle zur selben Firma, meinem Stolz ist das egal

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Ferien

Es sind Ferien, wohl auch der einzige Grund warum ich um kurz vor Eins in der Nacht noch im Internet unterwegs bin, neben meiner grenzenlosen Langeweile.

Es sind Ferien, der Traum eines jeden Schülers, nur meiner nicht, denn ich quäle mich schon seit einer Guten Woche durch viel zu triste Tage. Wohl auch nur deswegen bin ich auf die Idee gekommen, mir einen Blog anzulegen, warum genau, weiß ich selbst nicht mehr, selbst verordnete Beschäftigungstherapie.

Ich hätte auch einfach mal vor die Tür gehen können, aber ohne Freunde gibt es da nicht mehr als nervige Nachbarskinder samt nervigen Nachbarn die den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als auf der Terrasse zu sitzen, und mich anzustarren, was ist an mir so besonders? Ich nehme mir vor, diese Frage irgendwann mal zu stellen.

DIe Freunde sind alle im Urlaub, irgendwo in Griechenland, Italien, halt dort, wo ich nicht bin, und die, die übrigen geblieben sind haben keine Zeit, ob aus reiner Böswilligkeit mir gegenüber, oder einfach aus dem Grund das sie den halben Ort kennen, und ich nicht.

Daher habe ich beschlossen, wie so viele andere auch, meine sowieso unbeachtete Meinung mit ins Web zu werfen, vielleicht interessiert es  ja doch jemanden, dass ich gerade eine Mücke den Hitzetot in meiner Schreibtischlampe gestorben ist, selber schuld.

Ich bekomme Hunger, es ist fast Eins und so beschließe ich, meine erste Veröffentlichung zu wagen, um danach ein Stück “Ritter Sport” zu essen, ins Bett zu gehen, und den nächsten Tag abzuwarten, vielleicht passiert in diesem Kaff ja mal irgendwas.

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